Das Gastgewerbe im Blut

Aufgewachsen bin ich in einem Unternehmerhaushalt. Meine Eltern hatten während meiner Kindheit bis zu drei Betriebe zeitgleich. Als junger Mann sollte ich unbedingt was “anständiges” lernen und versuchte mich als Versicherungskaufmann. Weil ich das hecktisch-fröhliche Leben in der Gastronomie gewohnt war, konnte ich mit alten Männern in der Assekuranz-Maklerei leider nichts anfangen.

Lehre zum Hotelkaufmann

Mein Weg führte mich zurück ins Gastgewerbe. Ich beendete mitten im Lehrjahr meine erste Ausbildung und stieg mit einem halben Jahr Verspätung als Hotelkaufmann-Azubi bei einem Familienbetrieb ein. Vier Sterne in einem Kurort von der Ringhotelkette. Ganz solide. Und weil es mir richtig gut gefiel und ich mich ran gehalten habe, konnte ich sogar ein halbes Jahr früher aufhören. Sehr zum Ärger meines Lehrherren. Und das, obwohl ich trotz dem fehlenden Jahr der beste meines Jahrgangs aus dem Ammerland war.

Finanzbuchhalter?

Die Kehrseite der Medaille, die Lehre mit einem Jahr weniger abzuschließen war, dass mir trotz der guten Noten das tiefere Wissen rund um die Buchhaltung fehlten. Also habe ich in der Abendschule die örtliche Kreisvolkshochschule besucht. Zweimal die Woche und jeden zweiten Samstag. Ein ganzes Jahr lang. Danach war ich fit mit Zahlen.

Erfahrung im elterlichen Betrieb

Während dieser Zeit des nochmal lernens, arbeitete ich im elterlichen Betrieb. Ich half im Büro und konnte mein wöchentlich neu erlerntes gleich in die Tat umsetzen. Später habe ich dann die Verwaltungsarbeiten selbstständig übernommen und dem Steuerberater einiges an Arbeit geklaut.

Ab in die Hotellerie

In meinem Wohnort steht heute der Centerparcs Nordseeküste. Damals war dies Europas größtes Holiday Inn Resort mit 1.800 Betten, einem 4.000 qm großen Badeparadies und einem großen Gastronomie- und Tagungsangebot. Incentives bis 600 Personen, Jeep Safaris an der Nordsee und Tagungen renomierter Firmen fanden hier statt. Nach meiner Zeit im elterlichen Betrieb startete ich dort.

Vom Verkaufsrep zur Verkaufsabteilungs-verantwortung

Meine erste Position bei Holiday Inn war die des Verkaufsrepräsentanten. Mein Ziel: mehr Tagungsgeschäft gewinnen. Klinkenputzen bei großen Firmen in Norddeutschland. Telefonisch und in Person. Das hat so gut geklappt, das mich der Hoteldirektor, der übrigens in selben Jahr Manager des Jahres für Europa, Mittleren Osten und Afrika wurde, beförderte. Weil ich den Umsatz für Tagungen verdreifacht hatte, machte er mich zum stellvertretenden Verkaufsleiter unserer sechsköpfigen Abteilung (neben den Reservierungsdamen).

Zu meinem Vorteil wurde der Hoteldirektor aufgrund seines Erfolgs ebenfalls befördert und war nun Chef aller norddeutschen Holiday Inns, Crown Plazas und Intercontinental Hotels mit Sitz in Hamburg. Ein neuer Hoteldirektor für Tossens musste her. Es folgte mein Verkaufsleiter und die Abteilung hatte keinen Chef mehr. Blöd nur das ich gerade erst befördert wurde. Also hat man mich als Stellvertreter mit der Verantwortung der Abteilung betraut, ohne mich nochmals zu befördern. War ein spannendes Jahr.

Mitten drin der Touristikfachwirt

Eigentlich hätte ich mir das gar nicht antun brauchen, nochmal die Schulbank zu drücken. Beruflich lief alles gut. Aber die Entscheidung, den Touristikfachwirt (IHK) nochmals daraufzusatteln, kam kurz vor dem Start bei Holiday Inn. Am Ende war es dennoch gut, denn das eröffnete mir nochmals neue Chancen.

Als Hoteldirektor in die USA

Zwischenzeitlich habe ich den Touristikfachwirt erfolgreich abgeschlossen, eine US Staatsbürgerin in Deutschland geheiratet und bekam einen Sohn. Es war also Zeit für Veränderungen. Durch die Heirat war es mit der Greencard kein Problem und wir verzogen kurzerhand nach Texas.

Dank meiner vielen Zeugnisse und der bis dahin gesammelten Erfahrung konnte ich in der von deutschen Siedlern gegründeten Stadt New Braunfels das “deutsche” Faust Hotel als Hoteldirektor übernehmen. 62 Zimmer, eine eigene Brauerei, Ballsaal für bis zu 200 Personen und ein Pub mit reichhaltigem Speiseangebot galt es nun zu führen.

Ich habe aus dem Hotel sowas wie ein Honeymoon Hotel gemacht. Nach vier Jahren hatten wir 40 Hochzeiten pro Jahr und somit eine saisonunabhängige Belegung durch die vielen Gäste, die fast jedes Wochenende der Hochzeit beiwohnten. Der Eigentümer, der vorher das Hotel 12 Jahre selbst geleitet hatte (er besaß weitere Objekte), hatte nie den Preis “Bestes Hotel in Comal County” gewonnen. Ein Preis, der von der örtlichen Zeitung in Zusammenarbeit mit der Chamber of Commerce (Handelskammer, Wirtschaftsförderung und Touristikzentrale in einem) jährlich ausgelobt wurde (neben anderen Branchen). Während meiner Zeit vor Ort und im Jahr meines Rückumzugs, ist das Hotel zweimal mit diesem begehrten Preis ausgezeichnet worden. Sie können ja mal googlen, wie viele Hotels es allein in New Braunfels gibt. Und Comal County ist der Landkreis!

Scheidung und alles auf Null

Mir sagte mal jemand: “nur eines ist beständig: der Wandel”. So kam es wie es kommen musste. Beruflich 24/7 aktiv, blieb die Ehe auf der Strecke. Mein Sohn und ich machten uns zurück nach Deutschland auf. Er in den Kindergarten, ich in der Umorientierung als nun alleinerziehender Vater.

Nach einem Jahr Pause und Neuorientierung entschied ich mich Immobilienmakler zu werden. Eine Tätigkeit die ich von Zuhause machen wollte. Pustekuchen. Gott sei dank hatte ich meine Eltern an meiner Seite. Mein Vater und ich kauften uns das Franchiserecht von RE/MAX und verkauften neben Immobilien nun auch Lizenzrechte an andere Immobilienmakler. Meine Mutter war Vorzeige-Oma und immer wieder Retterin in der Not, wenn es doch mal später wurde.

Acht Jahre hat diese Odyssee gedauert. Solange bis Heiko Maaß (damals Justizminister) das seit hundert Jahren bewährte Maklerprinzip zum Bestellerprinzip umwandelte. Unsere kleine Firma, die sich unglücklicherweise auf Vermietungen spezialisierte, hatte innerhalb weniger Monate seine Geschäftsgrundlage verloren.

Zurück als Stellv. Hoteldirektor

Neun Jahre war ich nun raus aus der Branche. Eine Ewigkeit. Da ich aber lokal gut eingebunden war, den Markt gut kannte und Beziehungen nur dem Schaden der keine hat, bekam ich einen neuen Job. Das örtliche Kurhotel Strandhof brauchte Verstärkung. Die Betreiberin war an die 80 Jahre alt und musste ihre rechte Hand vor ca. einem Jahr in Rente schicken. Es fehlte eine Vertrauensperson, da die Tochter selbst mit ihrem eigenen Betrieb voll eingebunden war.

Man bot mir an, das Hotel als stellvertretender Hoteldirektor zu führen. Auch aus Rücksicht auf die Gefühle der immer noch aktiven Eigentümerin. Denn sie ist und bleib die Chefin – bis zum Tot. So kümmerte ich mich zwei Jahre um alles was man so machen muss, um ein Hotel mit 120 Betten, zwei Restaurants, einem Day-Spa, Saalbetrieb und kleinem Streichelzoo samt eigener Pferde am Laufen zu halten.

Nochmal studieren?

Wieder kam mir die irrwitzige Idee, während ich angestellt war und eigentlich genug um die Ohren hatte, nochmals im Fernstudium die Schulbank zu drücken. Zu groß empfand ich die Wissenslücke nach neunjähriger Pause. Ich entschied mich, mich erstmal für ein Semester an der IST Hochschule für Management in Düsseldorf einzuschreiben. Fach: Revenue Management – Schwerpunkt Hotelconsulting. Zweimal musste ich vor Ort sein und der Rest war im Fernstudium möglich. Nach einem halben Jahr wusste ich, dass es gar nicht so schwer war. Ich schloss das Semester mit einem Hochschulzertifikat und der Note 1,0 ab. Gar nicht so übel. Das motivierte mich zu mehr.

Drei weitere Semester folgten. Diesmal war es Tourismusökonomie mit dem Abschluss Tourismusökonom (FH). Auch hier waren es ein bis zwei Termine in Düsseldorf pro Semester, der Rest in Heimarbeit. Diesmal war es zwar keine Note Eins, aber eine Note Zwei fand ich am Ende dann doch ganz in Ordnung. Mir war wichtig, wieder auf dem aktuellen Stand des Wissens zu sein. Am Puls der Zeit sozusagen.

Revenue Manager für zwei Hotels

Nach meiner Zeit in Tossens, ging es in den Nachbarort Nordenham ins dortige Butjadinger Tor. Circa 70 Zimmer im Viersternebereich, eigene Brauerei (scheint mich irgendwie anzuziehen) und sehr viel Gastronomie- und Gruppenangebot. Von eigener Butjenter Bahn über Pferdekutschentouren bis zum größten Maibaum Deutschlands machte der Inhaber sehr viel – und war offen für Revenue Management.

Ich hatte dort das erste Mal das System Revenue Management eingeführt. Projektmäßig wie aus dem Lehrbuch. Alles stand und konnte nach drei Monaten losgehen. Aber dann bekam der Inhaber kalte Füße. Es ging ihm zu schnell, er hatte Sorge die Kontrolle über wichtige Dinge seines Hotels zu verlieren, wenn wir tatsächlich damit loslegen würden. Weil ich aber genau das nun machen wollte, haben wir uns im Guten getrennt und ich bin nach Ostfriesland gegangen.

100.000 Euro Mehrumsatz in 12 Monaten

Das kleine familiengeführte Hotel der Familie Kröger in Esens wurde seit einigen Jahren vom Sohn geführt. Der Vater war im DEHOGA lange Jahre eine große Nummer. Vom damaligen Hotel mit Saalbetrieb hatte der Sohn ein modernes, freches und junges Hotel gemacht. Er war offen für ein Revenue Managementsystem und ich fing an nach Esens zu pendeln.

Eingestellt wurde ich als Leiter für Verkauf & Revenue Management. Doch schon im zweiten Monat haben wir den Arbeitsvertrag rückwirkend um die Logisleitung ergänzt. Denn neben dem Revenue Management System war es notwendig, das kleine Team der Rezeption und somit auch der Hausdamen in mein Konzept einzubeziehen. 55 Einheiten sind nicht viel und Personal muss multifunktionell eingesetzt werden können. Da muss der Empfangsmitarbeiter auch mal eine Maschine Handtücher waschen und der Kellner ans Telefon gehen können, um eine Reservierung anzunehmen. Alles korrekt nach Vorgabe innerhalb des Revenue Management Systems. Dazu musste die Weisungsbefugnis eben ausgeweitet werden.

Nach einem Jahr war klar: es hatte funktioniert. 100.000,- Euro Nettologisumsatz mehr. Plus Mehrumsatz durch Frühstücksumsatz, Mehrumsatz im Restaurant, Wellness und Tagungsbereich. Reiner Logisumsatz 100.000,- Euro in einem Jahr mit 55 Einheiten.

So könnte es jetzt weitergehen, richtig? Das sah der junge Eigentümer leider nicht so. Beflügelt von der Idee, diesen Erfolg nun selbst und ohne mein Fachwissen weiterführen zu können, gab es pünktlich zur Jahresabschlussbesprechung die Kündigung. Muss man nicht verstehen. Aber ich möchte nun auch nicht für jemanden arbeiten, der mich nicht mehr will. Würden Sie ja auch nicht wollen. Trotz alledem sind wir auch hier im Guten auseinander gegangen.

Nächstes Ziel: Masterabschluss

Wieder musste ich mir Gedanken machen, was als nächstes kommen soll. Das ich Hotels leiten kann und ein guter Verkäufer bin weiß ich schon länger. Meine Fähigkeit mit Revenue Management habe ich theoretisch wie praktisch auch unter Beweis gestellt. Doch wo geht die Reise hin? Was sind die großen Veränderungen in der Hotellerie in den nächsten 10 Jahren? Genau: Digitalisierung!

Sicherlich werden Sie jetzt denken: der hat sie doch nicht alle. Nochmal studieren? Sicherlich nicht ganz von der Hand zu weisen. Schließlich gehe ich hart auf die 50 zu. Aber mein Ziel ist es, mit 50 den Abschluss Master of Science erworben zu haben – und zwar im Bereich E-Commerce und Online Marketing. Nicht nur für mein Ego, sondern wieder, um Up-to-date zu sein. Vorbereitet für die nächsten Herausforderungen.

Welche Probleme haben Sie?

Was sind Ihre Herausforderungen im Alltag? Finden Sie die richtigen Fachkräfte, um sich und Ihren Betrieb zukunftssicher aufzustellen? Machen Sie ausreichend Umsatz? Wie sieht Ihre Belegung aus? Müssen Sie alles selbst machen?

Wenn Sie dabei Hilfe brauchen, sprechen Sie mich an. Mit Online Marketing kann man sowohl im Bereich der Fachkräftegewinnung, als auch im Bereich Belegungssteigerung viel erreichen. Und mit Revenue Management holen wir zusammen das meiste raus aus Umsatz und Nachfrage. Gern zeige ich Ihnen, wie Sie Onlinemarketing und Revenue Management für sich nutzbar machen können.

Möchten Sie mehr dazu erfahren? Keine Sorge: ich beiße nicht. Sprechen Sie mich gerne an. Nutzen Sie mein Angebot eines Kennenlerntelefonats. Sie sind schon fit mit Skype oder Facetime? Auch so können wir uns gerne kennen lernen. Wie Sie für Ihre Gäste, bin auch ich nur einen Anruf oder eine Email weit entfernt, egal wo ich mich auf der Welt gerade aufhalte. Ich freue mich, Sie kennen zu lernen.

Ihr Richard Bolte


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