Mit diesen Tipps und Tricks zum perfekten Werbebrief

Im Offlinebereich sind Postkarten nicht nur günstiger und daher häufiger zu finden als Briefe, aber gerade Briefe haben einen entscheidenen Vorteil gegenüber Postkarten. Sie können etwas zusätzlich in den Umschlag stecken und Sie können mehr Informationen transportieren. Unter diesem Aspekt schauen wir uns heute einmal den idealen Werbebrief an. Immer unter der Betrachtung eines Gastgebers.

Die Grundlagen eines guten Werbebriefs

Aufmerksamkeit erzeugen

Um von Beginn an die volle Aufmerksamkeit zu erhalten, muss der Werbebrief bereits beim Umschlag punkten. Wenn Sie fachlich oder technisch nicht in der Lage sind, den Umschlag grafisch aufzuwerten, wählen Sie zumindest einen farbigen Umschlag. Diese eignen sich zwar nicht für Massenmailings, aber diese Größenordnung werden Sie wahrscheinlich eh nicht einsetzen.

Sie können den Umschlag auch gut mit Aufklebern oder einem individuellen Stempel die nötige Besonderheit geben. Stempel bekommen Sie im Internet bereits für unter 15,- Euro. Im Gegensatz zur Postkarte, besteht die erste Hürde im Öffnen des Briefes. Wählen Sie daher ein Schlagwort oder einen Mini-Satz, der dazu verleitet, den Brief nicht ungeöffnet in den Papierkorb zu werfen.

Wenn Sie öfters Briefe versenden, sollten Sie überlegen, sich einen Briefumschlag gestalten zu lassen. Oder Sie nutzen Vorlagen die es bei z.B. bei Vistaprint gibt. Ein Designer macht Ihnen einen Entwurf in der Regel für 100,- Euro und genau so viel kosten 2.500 Stück bei Flyeralarm. Und wenn Sie wieder welche nachdrucken müssen, haben Sie die Vorlage ja bereits. So ein universal einsetzbarer Briefumschlag lässt sich dann zwar immer noch per Sticker und/oder Stempel auf den jeweiligen Anlass individualisieren, macht aber viel mehr her.

Aufmerksamkeit im Brief

Briefe die etwas beinhalten, werden viel eher geöffnet, als Briefe die nur Papier dabei haben. Wenn Sie also an der Küste ein Hotel bewerben, legen Sie eine Muschel mit in den Umschlag. Wenn der Empfänger fühlt, das da was drin ist, kann er gar nicht anders als nachzusehen. Das ist wie bei Kindern mit dem Überraschungsei.

Aufbau des Briefes

Im Prinzip ist dieses Werbemittel nicht anders als die anderen Werkzeuge die wir nutzen, um den Gast für uns zu gewinnen. Wir müssen auch hier Gefühle wecken. Ferner müssen wir uns fragen, was der Grund des Briefes sein soll. Ist es ein Weihnachtsbrief mit nett-langweiligen Grüßen oder ein Sonderangebot? Ist es ein „in Erinnerung bleiben“ Brief? Was wollen Sie erreichen?

Wir gehen bei diesem Artikel davon aus, das Sie Briefe an eine Zielgruppe senden möchten, die bislang noch keinen Kontakt zu Ihnen hatte. Also ist das Ziel: neue Kunden, neue Gäste und somit mehr Übernachtungen. Woher Sie die Adressen bekommen? Fragen Sie mal bei der Deutschen Post nach oder googeln Sie mit dem Stichwort „Adresskauf“ im Internet. Adresshändler gibt es eine Menge. Die helfen Ihnen dann auch die geografische Lage und die Zielgruppe besser einzugrenzen.

Was genau wollen wir erreichen? Welche Aktion soll ausgelöst werden und wie können wir diese messen? Dieser als „Call-to-Action“ genannten Auslöser muss im Mittelpunkt der Gestaltung des Briefes stehen.

Emotionen und Handlungen

Wir können davon ausgehen, dass Ihre Empfänger sich ähnlich sind. Sie werden mit der Art Ihres Hotels sicherlich eine spezielle Zielgruppe ansprechen, die werbetechnisch nicht zu weit auseinander liegen wird. Also zum Beispiel Familien oder Senioren. Menschen die gern Sport treiben und fit leben oder Menschen die Ruhe und Entspannung suchen.

So wie hier die Unterteilung nicht nach Mann/Frau, Reich/Arm oder Klug/Ungebildet erfolgt, sondern wie oben beschrieben, bekommen Sie die Chance in Emotionen zur Zielgruppe zu sprechen.

Bleiben wir beim Beispiel „Gesund & Fit“. Wählen Sie bei der Aufmachung des Briefes frische Farben. Bilder von lachenden sportlichen Menschen und gesunden Nahrungsmitteln. Vermitteln Sie bildlich das Gefühl, was sich der Gast wünscht, wenn er bei Ihnen zu Gast ist. Wenn Sie dann noch bei den zwei oder drei Überschriften diese Schlagworte nutzen, die passend sind, fällt der eigentliche Text fast wie von selbst in den entsprechenden Rahmen.

Am Ende muss nur eines klar rüber kommen: „Willst Du das auch, musst Du dies/jenes machen“. Diese Handlungsaufforderung darf nicht fehlen.

Handlungsempfehlungen

Dieser Call-to-Action, die so unheimlich wichtig für den Erfolg und die Messung sind, möchten wir hier nochmals beleuchten. So könnten Sie folgendes nutzen bzw. zu folgendem aufrufen:

  • Antwortpostkarte beilegen und auffordern diese abzusenden
  • QR Code mit Link auf eine Landingpage setzen
  • einen sprechenden Link (www.meinhotel.de/angebot) nutzen
  • Eine Rufnummer angeben (für Reservierungen/Anfragen)
  • AR Elemente einsetzen. AR steht für Augmented Reality. Dazu brauchen Sie aber noch weitere Dinge wie eine App die AR umsetzen kann und ein Medium wie z.B. ein Film (also eher was für Profis)

Die Möglichkeiten sind vielfältig. Doch der Leser wird, weil er Sie ja noch nicht kennt, nur dann handeln, wenn der Aufwand sich lohnt. Sie müssen mit der Handlungsaufforderung auch immer eine Belohnung anbieten. Sonst wird der Rücklauf sehr gering sein.

Ein paar Basics zum Aufbau

Eigentlich gehört dies ja an den Anfang des Artikels, aber weil viele Leser dies bereits wissen und somit meist nur eine Auffrischung ist, steht es weiter unten. Genauso wie hier nach Wichtigkeit sortiert wurde, ist es auch für Sie im Brief von Wichtigkeit, die Wichtigkeit zu berücksichtigen. Wow. Dreimal Wichtigkeit. Was ist also wichtig?

  • Der Name des Adressaten muss stimmen.
  • Die Anrede muss den Namen des Adressaten beinhalten. Kein „Sehr geeehrte Damen und Herren„ oder so.
  • Kleben Sie Briefmarken und wählen Sie diese mit Bedacht. Schöne Sondermarken erfreuen nicht nur Sammler.
  • Unterschreiben Sie persönlich in blauer Farbe. Füller? Super!
  • Gliedern Sie den Brief in zwei bis vier Teilbereiche mit passender Überschrift.
  • Betreff und Datum, Absender und Name des Unterschreibenden nicht vergessen.

Sie haben nach dem Öffnen des Briefes maximal 4 Sekunden Zeit, den Leser vom weiterlesen zu überzeugen. Studien zeigen dies seit Jahren. Und die Aufmerksamkeitsspanne sinkt rapide, wenn die oben genannten Faktoren nicht berücksichtigt wurden. Ferner sollten Sie diese Dinge beherzigen:

  • Keine Schachtelsätze – fassen Sie sich kurz
  • Schreiben Sie, wie Sie sprechen. Das klingt natürlich.
  • Bauen Sie den Namen des Kunden maximal noch einmal im Text ein. Mehr klingt irgendwie seltsam.
  • Bitten Sie einen Freund oder die Oma, den Brief vor dem Versenden zu lesen. Stellen Sie danach nur die eine Frage: Was soll der Leser als nächstes machen? Ist dies unklar, schreiben Sie den Brief um.
  • Nehmen Sie sich Zeit. Lassen Sie den Brief lieber noch einen Tag liegen und lesen Sie ihn mit zeitlichem Abstand nochmals durch. Sie werden erstaunt sein, was so ein Abstand bringt.
  • Beschränken Sie sich auf eine Seite. Alles andere legen Sie in den Umschlag. Wie heißt es so schön? In der Kürze liegt die Würze.
  • Last-but-not-least? Vergessen Sie nicht das PS. Hier können Sie nochmals den USP (Ihr Alleinstellungsmerkmal) oder den Vorteil wiederholen.

Kreativideen zum Werbebrief

Überschriften aus Sicht des Gastes

Um bei all Ihren Aktivitäten das höchste Maß an Erfolg zu erzielen, müssen Sie sich in die Position des Gastes versetzen. Was will er hören, sehen, fühlen? Machen wir einen Praxistest:

Überschrift 1: „Neu renovierte Hotelzimmer mit neuen Boxspringbetten“

Überschrift 2: „Schlafen wie auf Wolken – in jedem Zimmer neue Boxspringbetten“

In der ersten Überschrift zeigen Sie die Sicht des Anbieters auf. Der Anbieter möchte mit dem Punkten was „ER/SIE“ tolles Neues gemacht hat. Aber wo ist da die Emotion?

In der zweiten Überschrift haben Sie die Emotion und die Info kombiniert.

Der erste Eindruck = der erste Satz

Auch hier machen wir den Praxistest, um Ihnen zu zeigen, wie wichtig die obige Formel ist.

Beispiel 1: „Unsere Familie sorgt seit 25 Jahren für seine Gäste.“

Beispiel 2: „Sicherlich fragen Sie sich, wie Sie sicherstellen können, mit unserem Hotel keinen Fehler für Ihren Urlaub zu machen…“

Im ersten Beispiel wird angenommen, das die Aussage „25 Jahre…“ alleine reicht, die Ängste und Nöte des Gastes zu beschwichtigen. Aber warum nicht den Finger in die Wunde legen? Sprechen Sie die Frage des Gastes ruhig aus, wenn Sie die Lösung parat haben.

Gerade wenn Sie Neukunden ansprechen, die Sie nicht kennen können, macht so ein Eröffnungssatz durchaus Sinn und lenkt vom üblichen „Wir sind die Besten“ Gefasel ab. Wenn Sie als Antwort eine 100% Bewertung von Holiday Check vorweisen können, ist dies viel mehr Wert als 100 Jahre Erfahrung

Die 4 Triebe des Menschen

Einige nennen Sie Grundbedürfnisse, andere nennen sie Triebe. Wenn Sie in Ihrem Werbebrief diese vier Dinge ansprechen und eine Lösung anbieten, haben Sie einen tollen roten Faden. Diese vier Triebe sind:

  • Stolz
  • Gewinn
  • Vergnügen
  • Frieden

Eigentlich nennt man diese auch die 4 P‘s (Pride, Profit, Pleasure & Peace). Wie also diese 4 P‘s richtig einsetzen?

Die Reihenfolge ist im Grunde egal. Wenn wir uns aber das Beispiel von oben ansehen (Gesund & Fit), könnten Sie von Kunden berichten, die unheimlich stolz auf sich waren, weil sie in ihrem Urlaub den örtlichen Berg bestiegen haben. Oder schreiben Sie darüber, warum man sich den Ärger von schmutzigen Matratzen ersparen kann, wenn man zu Ihnen kommt. Wer will schon in vollgepinkelten Matratzen schlafen? Mit Gesund hat das wenig zu tun. Haben Sie Beweise? Einen Reinigungservice der Ihre Matratzen in regelmäßigen Abständen reinigt und ein Zertifikat ausstellt? Weniger dramatisch könnten Sie Ökosiegel für Allergiker ins Spiel bringen. Wie sieht es mit dem Punkt Vergnügen aus? Gesund und Fit geht Hand in Hand mit Sport. Gehen Sie auf ein lokales Sportevents ein oder schreiben Sie über die Nähe zum lokalen Fitnessstudio mit dem Sie einen Deal für einen Gratistag ausgehandelt haben. Oder Sie legen ein Prospekt vom Wanderweg anbei, welches Sie bestimmt bei der Kurverwaltung erhalten können. Der Punkt Gewinn ist einfach: Bieten Sie einen Kennenlern-Rabatt für Neukunden an. Damit vergeben Sie sich nichts.

Beilagen & Partnerships

Ein Mailing ist nicht gerade billig. Gerade wenn man so etwas mehr als einmal machen möchte. Darum sollten Sie sich den einen oder anderen Partner ins Boot holen.

Wenn Sie, wie beim obigen Beispiel, das Thema Gesund und Fit nutzen wollen, sprechen Sie mit allen möglichen Partnern vor Ort, die von Ihren Gästen profitieren würden. Besprechen Sie Ihre Idee und fragen Sie nach einer Partnerschaft. Zeigen Sie den „fertigen“ Brief samt Gimmik und möglicher Beilagen. Fragen Sie den möglichen Partner nach einer Beilage die er/sie beilegen möche.

Offline zum Onlinerfolg

Holen Sie die Offline-Gäste in die Onlinewelt

Sie machen sich all die Mühe. Sie gestalten einen Umschlag, lassen einen Text verfassen, wählen eine Beilage aus und sorgen sich sogar um die Finanzierung. Doch was ist heute auch noch wichtig? Die Onlinewelt.

Gäste möchten sich weiter informieren. Sie möchten nicht nur den Brief erhalten, sondern in der heute gewohnten Onlinewelt weitere Informationen erhalten.

Verpassen Sie es daher nicht, eine Aktion zum Beispiel auf der Homepage oder einer speziellen Landingpage weiter zu führen. Dies muss nicht immer ein Angebot sein. Legen Sie ein Bild von einer Sehenswürdigkeit als Foto bei und verweisen Sie auf weitere Bilder, auf der Homepage. Laden Sie durch Beigabe eines Teebeutels zum Tee ein und offerieren Sie Rezepte für echt ostfriesische Kekse durch das einscannen eines QRE Codes.

Dies gibt Ihnen nicht nur die Chance, den Gast weiter zu informieren, sondern auch, die Werbeaktion zu messen.

Fazit

Ein Werbebrief ist auch heute noch eine gute Sache, der Ihnen viele Möglichkeiten bietet, die mit anderen Medien nicht erreicht werden können. Richtig aufgesetzt können Sie bereits im ersten Schritt neue Gäste von sich überzeugen und Kosten mit anderen teilen. Durch die Einbindung der Onlineaktion wird die Aktion messbar und erweiterbar.

Mehr Infos gefällig?

Möchten Sie mehr über dieses Thema erfahren? Ich lade Sie ein, mich persönlich kennen zu lernen. In einem kostenfreien und unverbindlichen Kennenlern-Telefonat können Sie mir verraten, was Sie genau an diesem Thema fasziniert und wie Sie das Wissen in Ihrem Betrieb einsetzen möchten. Gern gebe ich dann dazu weitere Tipps zur Umsetzung.


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